Goldene Zwanziger

Die 1920er Jahre

Die Goldenen Zwanziger waren ein Jahrzehnt der Lebensfreude, der Veränderung und des Aufschwungs. Nach dem 1. Weltkrieg schafften es einige Deutsche durch die wieder aufblühende Wirtschaft Reichtum zu erlangen. Außerdem wurden in dieser Zeit Meilensteine in der Kunst, Kultur und Wissenschaft gesetzt. Das Ende dieser Blütezeit wurde mit dem Eintreten der Weltwirtschaftskrise im Jahre 1929 eingeleitet.

Die Lebensfreude rückte in den Vordergrund und Feiern, Tanzen, Rauchen und Kinobesuche standen auf der Tagesordnung. Erstmals rauchten auch Frauen in der Öffentlichkeit. Die Frauen zu dieser Zeit haben sich in vielen Bereichen des Lebens emanzipiert und eine neue Rolle in der Gesellschaft eingenommen: Sie waren nun nicht mehr nur Hausfrau, sondern wurden berufstätig und unternahmen „Männersachen“. 

Durch den Reichtum Einiger veränderten sich die kulinarischen Interessen, sodass Kaviar, Hummer und Krabbencocktail sich zu den Lieblingsspeisen entwickelten. Dazu tranken die Deutschen gerne Champagner, Absinth, Martini-Cocktails oder den Old Fashioned-Cocktail.

1922 wurde die erste Tankstelle Deutschlands eröffnet, zuvor musste man sich das Benzin noch in der Apotheke kaufen.

Stefan

Apotheke zur Alten Post

Mode

Infolge der Emanzipation der Frau hat sich ihr Erscheinungsbild geändert. Sie trat nun in der Öffentlichkeit viel selbstbewusster auf, was sich in den Accessoires wie Zigarettenspitzen, Perlenketten, Federboas, Stirnbänder, Topfhüte und Handtaschen bemerkbar machte. Diese sollten nicht einen materiellen Wert vermitteln, sondern eine möglichst schockierende Wirkung im Gegenüber hinterlassen. Neben Accessoires spielten auch Frisuren eine wichtige Rolle. Der Bubikopf, ein Kurzhaarschnitt, und die aufwändigen Wasserwellen waren sehr beliebt und wirkten auf die älteren Generationen aggressiv.

frauen am schloss

Typisch für den Mann der Zwanziger waren Knickerbocker und Schiebermützen. Wenn es mal schicker sein musste, trugen sie nun nicht mehr breite Sakkos mit gepolsterten Schultern und verstärkter Brust wie zuvor üblich, sondern ein legeres, leicht tailliertes und wenig gepolstertes Sakko.

männer vor dem auto 2
männer an der bar

Um Selbstbewusstsein auszudrücken, kämmten die Männer sich die Haare streng nach hinten und trugen häufig einen Seitenscheitel. Auch das Schuhwerk änderte sich, denn die Stiefel aus dem Weltkrieg wurden zur Seite gelegt und wurden durch leichtere Schuhe, wie beispielsweise der Budapester, ersetzt.

Film, Musik und Tanz

Die Begeisterung der Deutschen für Kinos sorgte dafür, dass Deutschland der Staat mit den meisten Kinos in ganz Europa war. Diese spiegelt sich auch in der Filmproduktion wider, denn Deutschland hat in den 1920er und 1930er Jahren mehr Filme gedreht als alle anderen europäischen Länder.

Neben Kinobesuchen waren auch Partys sehr beliebt. Dort durfte natürlich nicht die Musik fehlen. Häufig spielten Jazzgruppen in den Clubs, aber auch der Schlager und die klassische Musik kamen nicht zu kurz. Natürlich wurde dazu auch gerne mal das Tanzbein geschwungen. Sehr populäre Tanzstile waren der Charleston, Tango, Rumba und Shimmy.

Natürlich beschäftigen sich auch moderne Serien und Filme mit den Zwanziger Jahren, so z.B. die deutsche Serie „Babylon Berlin“ und der verfilmte Roman „The Great Gatsby“.

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